Salzgrotte Bad Oeynhausen
Samstag, 23. Mai 2009
Deswegen war ich auch skeptisch, als mich meine Mutter fragte, ob ich nicht mit ihr zusammen in die Bad Oeynhausener Salzgrotte gehen wollte.
Die Salzgrotte ist ein großes Thema im Kreise der Rentner unserer Nachbarschaft, was sie für Personen meiner Generation nicht gerade interessanter macht. Es sollte eine nachempfundene Grotte sein, wo man sich in einen Liegestuhl legt, in Decken eingepackt wird, und dann den seichten Klängen beruhigender Musik lauscht.
Diese Beschreibung faszinierte mich nicht wirklich, doch ich ich ging dann doch mit, um meiner Mutter eine Freude zu machen. Immerhin müsste ich ja nur eine dreiviertel Stunde aushalten, das war im Rahmen des Erträglichen.
Wir betraten also die neben dem Bahnhof in der Fußgängerzoone, seitlich des CityCenters sehr versteckt liegenden Räumlichkeiten der Salzgrotte. Auf einem Schild stand irgend etwas von "Ergotherapie", was auch immer das bedeuten sollte und fürs erste erinnerte nichts an eine Höhle.
Wir befanden uns in einem Vorraum mit einer Theke, wie man es von Sauna, Schwimmbad und Jugendherberge her kennt. Uns wurden blaue Plastiküberzieher für die Schuhe gegeben, dann begleitete uns eine Frau in einen Nebenraum.
Ich war enttäuscht. Das Zimmer, das ich betrat lag auf gleicher Höhe wie der Empfangsraum, wo ich mir doch vorgestellt hatte, zu einer Grotte nach unten zu gehen. Es war auch nicht dunkel und nicht felsig. Die Decke des Raumes war zwar mit Gips sehr kunstvoll uneben gemacht worden, aber man sah sehr deutlich, dass hier Spachtel und Pinsel am Werk waren und nicht Mutter Natur. Der Boden der Grotte war angefüllt mit Salz, sodass es bei jedem Schritt knirschte und etwa sieben Liegestühle standen dort mit dem Fußende zur Mitte des Raumes.
In einer Ecke steckten Schaufeln im Salz, und ein Eimer mit Sandspielzeug erweckte den Eindruck, als haben vor Kurzem noch Kinder hier gespielt.
Die Wände enthielten mehrere Nieschen, die zum Teil mit Reisig, zum Teil mit anderen Gegenständen dekoriert waren, die an Strandatmosphäre erinnerten. So langsam begann der Ort mir zu gefallen. Man hatte sich Mühe gegeben, ihm eine gewisse Gemütlichkeit zu verleihen und das wirkte sympatisch, auch - oder gerade weil die Illusion nicht ganz perfekt war.
Wir legten uns in die Liegestühle, wurden in oragne Decken eingepackt und dann von der Therapeutin allein gelassen.
Das Licht wurde gedimmt, warmes, oranges Licht leuchtete durch große Salzkristalle an den Wänden und das Geräusch plätschernden Wassers war zu hören. Es wurde kälter und nach und nach hatte ich das Gefühl, mich an einem Strand bei Sonnenuntergang zu befinden.
Im Hintergrund rauschte wirklich Wasser, irgendwo in den Nieschen der Wand und hin und wieder wurde beruhigende Musik eingespielt.
Ich hatte überhaupt kein Bedürfnis, mich zu unterhalten. Ich begann einfach, die Ruhe zu genießen und glitt in den Zustand, in dem man kurz vor dem Einschlafen ist. Dieser Zustand, in dem man einfach mit sich alleine ist und ... um es salopp auszudrücken ... seine Ruhe hat.
Als die 45 Minuten verstrichen waren fühlte ich mich erholt und ich war mir sicher, dass ich in der nächsten Woche wieder kommen würde. Seit dem nehme ich mir diese 45 Minuten Auszeit jede Woche, und es tut mir ungemein gut.
Es ist gerade heutzutage, wo alles hektisch und laut ist, und man rund um die Uhr mit irgendwelchen Problemen konfrontiert wird, eine Handvoll Ferien, in der man einfach nur mit sich allein sein darf.
Etwas, das in normalen Leben einfach viel zu selten Beachtung findet, aber ungemein wichtig ist.
Technische Daten:
Herforder Str. 78
32545 Bad Oeynhausen
Telefon: 05731 1547000
Öffnungszeiten:
Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag
09:45-13:00
13:45-16:00
Samstag:
11:45-16:00
Sonntag:
11:45-17:00
in Abenteuer OWL um 08:29
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Rürupsmühle
Montag, 27. April 2009
Seit mehreren Jahren schon ist es mir eine liebe Gewohnheit geworden, Sonntags bei schönem Wetter zur Rürupsmühle zu fahren. 
Die Rürupsmühle ist eine Art kleines Freilichtmuseum mit gerade mal zwei Häusern und einem Mühlenteich. Sie wird vom Verein "Vom Korn zum Brot" unterhalten, der dort auch regelmäßig in einem uralten Backofen Bauern- bzw. Mühlenbrot backt.
Zum angucken gibt es vielleicht nicht so viel, wie in einem großen Freilichtmuseum, dafür kann man alles anfassen und niemand schaut einem auf die Finger und achtet darauf, dass man nur nichts beschädigt.
Für Leute wie mich, die Geschichte eigentlich erst dann richtig spannend finden, wenn sie berührbar wird, ist das natürlich viel schöner, als in einem großen Museum immer nur vor matten Plexiglaswänden zu stehen und in die Räume hineinzusehen.
Eigentlich besteht das Mini-Museum aus 5 Gebäuden, wovon ich aber 3 nicht wirklich als Gebäude zählen möchte. Eines, weil es ein Versammlungsraum und kein Museumsgebäude ist, und zwei, weil sie einfach zu klein sind.
Die zu kleinen Häuschen sind einmal ein Holzschuppen und einmal die Backstube, die nur aus einem Raum besteht. Sie ist nur manchmal offen, sodass man sie nicht immer anschauen kann.
Die wirklich interessanten Häuser sind die Mühle und das Bauernhaus. Wobei gerade die Mühle sehr faszinierend ist, denn sobald man in das Haus hinein kommt, sieht man sich einem großen Wasserrad gegenüber, das auch noch in Betrieb ist.
Im Bauernhaus findet man ein paar Stallungen in denen je nach Jahreszeit auch mal ein paar Tiere stehen.
Ganz besonders empfehlen möchte ich auch den Kaffee, der dort ausgeschenkt wird. Es ist ein Kaffee, den sogar Nicktkaffeetrinker mögen. Er ist einfach ein wenig milder als normal, ich habe keine Ahnung was für eine Sorte die da ausschenken.
Ausserdem kann man dort das Mühlenbrot probieren, wahlweise mit Schmalz, Marmelade oder Honig.
Also wer in der Umgebung wohnt, und für nächsten Sonntag noch nichts vor hat, sollte ruhig mal einen kleinen Abstecher zur Rürupsmühle machen. Es lohnt sich :)
Adresse:
Mühlenhof Rürupsmühle
Unter der Burg 43
32584 Löhne
Postanschrift:
"Vom Korn zum Brot"
Häger Marktplatz 3
32584 Löhne
in Abenteuer OWL um 18:32
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