Platz 1: Cthulhu
Platz 1 und unangefochtener Favourit ist für mich das System Cthulhu. Ich kenne kein anderes System, bei dem man einen Newbie innerhalb von 30 Minuten inclusive Charakterbau so weit in die Regeln einführen kann, dass er selbstständig klar kommt.
Ich habe auch schon Leuten, die das System noch nie gespielt haben einfach die Seite im Regelbuch aufgeschlagen, ihnen die Charakterblätter in die Hand gedrückt und dann Essen gekocht, während die Newbies sich selbst überlassen waren. Nichtsdestotrotz hatte jeder nach 30 Minuten einen spielbaren Charakter!
Platz 2: Vampire
Obwohl schon etwas komplizierter als Cthulhu, sind hier die Regeln immer noch recht einfach. Man kommt mit nur einem Charakterblatt aus und die Erstellung des Charakters dauert ohne Vor- und Nachteile ca. 10 Minuten.
Einzig problematisch sind die Disziplinen, deren Wirkungen zwar stimmig beschrieben werden, bei denen aber leider oft einige spielrelevante Angaben fehlen. Beispielsweise fehlen häufig Angaben darüber, wie lange so eine Disziplin angewendet werden kann.
Das ist mitunter sehr ärgerlich, weil jeder Spieler die vagen Angaben der Beschreibung anders interpretiert und man somit nicht um einen Satz von Hausregeln herum kommt.
Platz 3: Shadowrun
Hier ist es einfach die Welt die besticht. Verschmutzt, verroht, vergiftet, von Megakons beherrscht und durch Magie und Mutationen verändert. Aber kein Endzeit Szenario. So sehr sie sich auch verändert hat, es ist immer noch an allen Ecken und Enden erkenntlich, es ist unsere Welt.
Das einzige System bisher, in dem ich die Initiative im Kampf für gerechtfertigt und sinnvoll halte und in dem ich auch Kämpfe trotz dieses Initiativerasters als spannend empfinde.
Platz 4: Serenity
Ich fand den 1. Teil von Krieg der Sterne (Mittlerweile ist es der 4.) eigentlich richtig gut und als er zuende war dachte ich mir: "Cool, und jetzt reisen sie durch den Weltraum, schmuggeln und lassen sich vom Imperium nicht erwischen" -
Doch es kam anders.
Serenity ist genau das, was ich bei Star Wars vermisst habe. Die dreckige, unehrenhafte Seite.
Platz 5: Warhammer
In Warhammer habe ich das wiedergefunden, was mich vor mehr als 15 Jahren an DSA so fasziniert hat und was wohl der Grund war, an diesem Hobby hängen zu bleiben.
Das Regelsystem ist scheinbar ernst gemeint, aber man kann es nicht ernst nehmen - und das ist auch gut so. Schon allein die Würfeltabellen, bei denen man die brutalsten Verletzungen auswürfeln kann sind zum Schießen.
Es kommen immer wieder Ausdrücke aus der deutschen Sprache vor, die die amerikanischen Macher scheinbar für besonders mittelalterlich anmutend hielten. Beispielsweise heisst die Hauptstadt des Landes, in dem man spielt Altdorf, die Metropole.
Ich fand es wunderschön, als Abwechslung zu dem sich mittlerweile recht ernst nehmenden DSA, mal ein System zu spielen in dem sich niemand um das Gewissen seines Chars, die Konsequenzen einer Tat, oder den Umstand Gedanken macht, dass er die Gruppenmitglieder eigentlich gar nicht kennen sollte. Es war einfach wunderschön einfach, wie in alten Zeiten am Startpunkt "Kneipe" zu beginnen und die Logik in weiten Teilen ausser Acht zu lassen.
Warhammer (so wie ich es kennengelernt habe) ist als Schmankerl zwischendurch eine wahre Erholung, ich glaube aber, dass es mir längerfristig ziemlich auf den Keks gehen würde :).
Platz 6: Demon
Vampire für Erwachsene. Ohne Vampire. Dieses System habe ich bisher nur ausprobiert. Die Regeln funktionieren klassisch so, wie bei anderen World of Darkness Systemen auch - was das Spielsystem schon einmal sehr sympatisch macht.
Platz 7: Das Schwarze Auge
Die Welt ist in Ordnung, auch wenn sie mir mittlerweile viel zu groß ist.
Das riesenhafte Regelkonstrukt ist meiner Meinung nach unter aller Kanone und schränkt mich mehr ein, als irgendwie behilflich zu sein. Seit DSA4 hat das Steigern und Bauen eines DSA Helden für mich einen Beigeschmack, den ich nur vom leidigen Hausaufgaben machen in meiner Schulzeit kenne.
Ich spiele es eigentlich eher wegen der Hintergrundwelt, der Spieler, die mir lieb geworden sind und weil es immer noch besser ist DSA zu spielen, als überhaupt nichts zu spielen.
Platz 8: John Sinclair
Ein sehr sehr neues System mit einer guten Idee im Hintergrund, das aber für erfahrene Rollenspieler ein paar Probleme mit sich bringt. Die Macher hielten es für eine gute Idee, statt eines Rollenspielsystems, eine Mischung aus Rollenspiel und Kartenspiel zu basteln, die leider weder dem einen, noch dem anderen Genre gerecht wird.
Nimmt man die Kartenspielelemente heraus, hat man so etwas wie Hexer/Cthulhu, was die Sache dann auch wieder spannend macht.
Platz 9: Legend of the five Rings
Das mag ein schönes System sein, ich kann aber irgendwie nichts mit der Kultur in der gespielt wird anfangen. Dazu kommt noch erschwerend, dass ich an den Samurai, die ja vorwiegend gespielt werden, einfach nichts sympathisches finden kann. Ehrenhafte Kerle sind einfach nciht mein Ding.
Platz 10: Dundeons & Dragons
Tabellen und Hexfelder. Der Ehemalige Ursprung des Rollenspiels hat sich über die Jahre leider, was die Art des Spiels betrifft, nicht sonderlich weiterentwickelt. Das Regelsystem fordert zwar regelrecht dazu auf, im Zweifelsfall auf Regeln zu verzichten und sich frei zu entfaltenn, aber die Fans dieses Systems sind nach wie vor (Meine Erfahrung, ich lasse mcih gerne vom Gegenteil überzeugen) großen Teils die Art von Geeks, die auf Tabellen und Regeln stehen und dem Spielleiter beim Auftauchen des Monsters dessen Werte auswendig aufsagen um zu zeigen wie sehr sie sich ind er Materie auskennen.